Vom Marktplatz zum Mittelpunkt Marxlohs
Seit 125 Jahren ist der August-Bebel-Platz eng mit der Geschichte Marxlohs verbunden. Am 24. Juni 1901 fand hier der erste öffentliche Markttag statt. In einer Zeit, in der sich der Duisburger Norden durch Bergbau und Industrie rasant entwickelte und die Bevölkerung stark wuchs, entstand damit ein zentraler Ort für Handel, Versorgung und Begegnung.
Schon früh war der Platz mehr als ein Ort zum Einkaufen. Händler, Handwerker und Landwirte boten hier ihre Waren an, während sich die Menschen trafen, Neuigkeiten austauschten und soziale Kontakte pflegten. Der Marktplatz wurde zu einem wichtigen Treffpunkt des alltäglichen Lebens in Marxloh.
Ein Platz mit wechselnden Namen
Auch der Name des Platzes erzählt ein Stück seiner Geschichte. Zunächst wurde er vor allem aufgrund seiner Funktion als zentraler Marktplatz von Marxloh bezeichnet und war auch unter dem Namen Neumarkt bekannt. Im weiteren Verlauf folgten mit Hindenburgplatz und Tannenbergplatz weitere Bezeichnungen, die jeweils den politischen Rahmenbedingungen ihrer Zeit entsprachen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt der Platz schließlich seinen heutigen Namen zu Ehren von August Bebel (1840–1913), einem bedeutenden Vertreter der deutschen Arbeiterbewegung und Mitbegründer der Sozialdemokratie. Der Name verweist damit zugleich auf die industrielle Prägung Marxlohs und die enge Verbindung des Stadtteils mit der Geschichte der Arbeiterschaft.
Vom Wochenmarkt zum Einkaufszentrum
Mit dem Wachstum Marxlohs veränderte sich auch die Bedeutung des Platzes. Im Laufe des 20. Jahrhunderts entwickelte er sich zunehmend zum Mittelpunkt des Geschäfts- und Einkaufslebens. Ein wichtiger Meilenstein war die Eröffnung des Horten-Kaufhauses im Jahr 1965, dem heutigen Marxloh Center, unmittelbar am Platz.
Auch heute ist der August-Bebel-Platz ein zentraler Ort des Stadtteils. Zweimal wöchentlich findet hier der Wochenmarkt statt. Darüber hinaus wird der Platz für Stadtteilfeste, Informationsveranstaltungen, Kulturangebote und Bürgeraktionen genutzt. Menschen unterschiedlichster Herkunft kommen hier zusammen – der Platz ist damit bis heute ein sichtbarer Ausdruck der Vielfalt Marxlohs.
Ein neuer Platz für die Zukunft
125 Jahre nach dem ersten Markttag steht der August-Bebel-Platz erneut vor einem Wandel. Im Rahmen des Teilprojekts TP5 des Modellvorhabens „Stark im Norden“ plant die Stadt Duisburg eine umfassende Neugestaltung des Platzes und seines direkten Umfelds.
Der Platz soll grüner, lebenswerter und stärker auf die Menschen ausgerichtet werden. Mehr Grünflächen, zusätzliche Aufenthaltsmöglichkeiten sowie bessere Bedingungen für den Fuß- und Radverkehr sollen dazu beitragen, aus der heute vor allem funktional geprägten Fläche wieder einen attraktiven Stadtplatz zu machen. Durch Entsiegelung und die Reduzierung von Stellplätzen soll der Verkehr künftig weniger Raum einnehmen.
Gleichzeitig soll die mehr als ein Jahrhundert alte Markttradition erhalten bleiben. Der August-Bebel-Platz soll auch künftig Marktfläche, Treffpunkt, Veranstaltungsort und lebendiger Mittelpunkt des Stadtteils sein.
Die Geschichte des Platzes wird damit nicht beendet, sondern weitergeschrieben: Aus dem historischen Marktplatz soll ein zukunftsfähiger Stadtplatz entstehen – grüner, vielfältiger und mit mehr Raum für Begegnung.
Ausblick
Bereits im kommenden Jahr soll der Umbau des August-Bebel-Platzes beginnen. In den kommenden Monaten stehen dafür noch die finalen Beschlüsse und weiteren Vorbereitungen an.
Anlässlich des 125-jährigen Jubiläums werden wir gemeinsam mit dem Heimatverein Hamborn in den kommenden Wochen eine kleine Broschüre mit historischen Informationen und eindrucksvollen Bildern zur Geschichte des Platzes herausgeben. Die Broschüre wird anschließend kostenlos im Stadtteilbüro Marxloh erhältlich sein.
Wir freuen uns schon sehr auf die Veröffentlichung und bedanken uns bereits jetzt herzlich bei Thorsten Fischer für die umfassende historische Aufbereitung und das in diesem Zusammenhang geführte Interview.






