Was passiert, wenn dort, wo sonst Autos stehen, plötzlich Menschen sitzen, spielen, sich austauschen und gemeinsam Zeit verbringen? Beim Parking Day in Marxloh wurde genau das ausprobiert.
Letzte Woche, am 18. September, wurde in Marxloh sichtbar, wie öffentlicher Raum auch genutzt werden kann. An zwei Orten im Stadtteil entstanden für einige Stunden neue Räume für Begegnung, Spiel und Aufenthalt – und damit auch ein kleiner Vorgeschmack auf die zukünftige Entwicklung von Weseler Straße und August-Bebel-Platz.
Neues Parklet an der Weseler Straße
Bereits am Vormittag wurde das neue Parklet vor dem Cafe Femm eingeweiht. Dafür wurden zwei Stellplätze für drei Monate in einen begrünten Aufenthaltsbereich mit Sitzmöglichkeiten verwandelt. Bei sonnigem Wetter kamen Gewerbetreibende, Schülerinnen und weitere Besucherinnen vorbei, um die neue „grüne Oase“ auszuprobieren.
Auch Martin Linne, der Dezernent für Stadtentwicklung, Mobilität und Sport, war vor Ort und eröffnete das Parklet mit einer kurzen Ansprache und einer gemeinsamen Einpflanzaktion. Das Parklet zeigt ganz praktisch, welches Potenzial in Flächen steckt, die bislang vor allem zum Abstellen von Autos genutzt wurden. Dabei geht es nicht darum, das Auto aus dem Stadtteil zu verbannen. Vielmehr soll ausprobiert werden, wie zusätzlicher Raum für Aufenthalt und Begegnung entstehen kann – gerade an einem Ort wie der Weseler Straße, an dem Gastronomie und Gewerbe bereits für viel Leben sorgen.
Ein Nachmittag voller Aktionen
Am Nachmittag verlagerte das Quartiersmanagement Marxloh dann das Geschehen auf den August-Bebel-Platz. Von 15 bis 19 Uhr wurde ein Teil der sonst als Parkplatz genutzten Fläche für verschiedene Aktionen geöffnet.
Minifußballfeld, Basteln, Kinderschminken, Bepflanzungsaktionen, Capoeira und weitere Mitmachangebote sorgten für ein buntes Programm für Groß und Klein. Viele Akteur*innen aus Marxloh waren dabei und brachten eigene Angebote mit. Unter anderem beteiligten sich der Runde Tisch, das Kiebitz, die AWO, die Naturwerkstatt, das Kommunale Integrationszentrum, Tobias Kroker mit Capoeira und der Heimatverein.
Besonders für die Kinder gab es viel zu entdecken. Mit ihren Stempelkarten ging es von Station zu Station, an denen sie verschiedene Angebote ausprobieren konnten. So wurde der August-Bebel-Platz für einen Nachmittag zu einem lebendigen Treffpunkt für Kinder, Familien und Bewohner*innen des Stadtteils.
Ein Vorgeschmack auf die Zukunft
Der Parking Day war dabei mehr als ein Aktionstag. Er bot die Gelegenheit, ganz praktisch zu erleben, wie sich ein Platz anfühlen kann, wenn einmal nicht das Parken, sondern der Aufenthalt im Mittelpunkt steht.
Gerade für den August-Bebel-Platz ist dieser Blick in die Zukunft interessant. Eine umfassende Weiterentwicklung des zentralen Platzes ist bereits seit mehreren Jahren vorgesehen, und im nächsten Jahr soll der Bauprozess starten. Der Parking Day hat nun auf spielerische und anschauliche Weise gezeigt, welche Möglichkeiten entstehen können, wenn mehr Raum für Aufenthalt, Spiel und gemeinsames Miteinander geschaffen wird.
Und während der Parking Day auf dem August-Bebel-Platz bereits wieder vorbei ist, bleibt das Parklet in der Weseler Straße noch drei Monate bestehen. Damit kann auch nach dem Aktionstag beobachtet werden, wie der neue Aufenthaltsbereich im Alltag angenommen wird – und welche Erfahrungen daraus für die weitere Entwicklung des Stadtteils entstehen können.
